Standpunkte

Anerkennung des Bachelor-Abschlusses

Durch den europaweiten Bologna-Prozess wurde der sechssemestrige Bachelor-Abschluss in den meisten Studienrichtungen in Österreich eingeführt. Allerdings wird dieser vom heimischen Arbeitsmarkt noch nicht als vollwertiger akademischer Abschluss anerkannt. Um das Bologna-Modell erfolgreich umsetzen zu können, ist es essentiell, dass hier ein Umdenken stattfindet. Der akademischer Grad „Bachelor“ muss in puncto Wertigkeit und Bezahlung den anderen Abschlüssen gleichgestellt werden. Hier muss die öffentliche Hand mit Vorbildwirkung vorangehen, beispielsweise dadurch, dass Bachelor-Absolventen im öffentlichen Dienst als „A-Beamte“ eingestuft werden.

Faires Zugangsmanagment

Völlig überfüllte Hörsäle, 60% der Studierenden in nur 10% der Fächer, erschreckend hohe Drop-out-Quote – alles Fakten, die das Thema Zugangsmangement zweifellos zu einem der brennendsten Themen der Hochschulpolitik machen. Die AktionsGemeinschaft Uni Wien spricht sich für faire Zugangsregelungen in überlaufenen Studienrichtungen aus. Die gesunkene Drop-out-Quote an beschränkten Studien und die dadurch gestiegenen Absolventenzahlen sprechen für sich. Durch Zugangsmanagement verbessert sich auch das Studenten/Professoren-Verhältnis und die Qualität der Ausbildung des einzelnen Studierenden steigt. Gleichzeitig wird vermehrte Information an den höheren Schulen (Schnupperwochen, Info-Veranstaltungen, etc.) gefordert, um mehr Selbstreflektion bei den zukünftigen Studierenden über ihre Studienwahl zu erreichen.

Bei Zugangsmangement ist darauf zu achten, dass Verdrängungeffekte zu anderen Uni-Standorten und Studien vermieden beziehungsweise einkalkuliert werden. Das soll neben einer intensiveren überuniversitären Zusammenarbeit der Fakultäten auch durch finanzielle Mehrleistungen an die betroffenen Alternativstudiengänge gewährleistet werden. Gleichzeitig wird ein möglich kurzes und dennoch didaktisch faires Auswahlverfahren gefordert, um mehrsemestrige Eingangsphasen zu vermeiden. Wichtig ist, dass bei unbeschränkten Bachelorstudien die korrespondierenden Masterstudien ebenfalls ohne Regelungen offen sind. Die AktionsGemeinschaft Uni Wien lehnt eine undifferenzierte Beschränkung sämtlicher Studienrichtung entschieden ab.

Machen wir uns nichts vor! Die schlimmsten Zugangsbeschränkungen sind heutzutage an der Tagesordnung. Es bringt niemanden etwas, wenn er, wenn überhaupt durch viel Glück, einen Platz auf den Stufen des völlig überfüllten Hörsaals ergattern kann, dann aber den Vortragenden nicht sieht, nicht versteht, keinen Platz für seine Unterlagen bekommt…

Sommer/Winter- Uni

Völlig überfüllte Kurse, Wartelistenplatz 145, keine Zusatzangebote – alles Fakten mit denen wohl jeder Studierende schon einmal während seines Studiums konfrontiert wurde. Was gäbe es besseres, als das Kursangebot auch auf die Sommer- oder Wintermonate auszudehnen, beziehungsweise mehr Kompaktkurse innerhalb des Regelsemesters anzubieten? Die womöglich negativ abgeschlossenen Seminare könnten in den Ferienmonaten nachgeholt werden, ohne ein ganzes Semester zu vergeuden um den bereits bekannten Stoff nochmals zu lernen. Außerdem könnten motivierte Studierende bereits in den Ferien Kurse oder Seminare belegen, um die Anstrengungen während des Semesters so gering wie möglich zu halten. Man könnte fast meinen bei einem Ausbau der Sommer/Winter – Uni gebe man den Studenten die Möglichkeit sich ihr Studium mit einem Hauch Individualismus zu verändern und nach eigenen Wünschen zusammenzustellen. Aber die Angebote der Sommer/Winter- Uni sind in den letzten Semestern immer weiter eingeschränkt worden. Die Aktionsgemeinschaft Uni Wien fordert daher, dass die Sommer/Winter- Uni wieder weiter ausgebaut wird und die Anzahl der Kompaktkurse während des Semesters erhöht wird.

Uni Wien praktisch

Während die anderen Studierendenorganisationen ihre Aufgaben in der Gesellschaftspolitik sehen, steht die Aktionsgemeinschaft Uni Wien seit jeher für Service und Hilfe für die Studierenden. Daher ist es unser Anliegen die Universität noch praktischer für uns alle zu organisieren. Wir fordern daher den weiteren Ausbau der Servicleistungen der ÖH, umfassende Studierendenbetreuung und bessere Studierendenbedingungen an der Uni Wien. Um diese Punkte zu erreichen fordern wir folgende Punkte und arbeiten bereits auf Hochtouren um diese für EUCH umzusetzen:

- 24 Stunden Bibliothek

- EINE Onlineplattform mit Streams und Audiodateien der Vorlesungen zum Download

- Neuer Scheckkarten – Studierendenausweis

- Eigener Downloadbereich für Skripten und Studienunterlagen

Soziales

Mit der Kürzung der Familienbeihilfe wurde einmal mehr deutlich, dass sich die soziale Lage der Studierenden weiter verschlechtert. Die sofortige und kompromisslose Rücknahme der Kürzungen im Bereich der Familienbeihilfe ist daher dringend notwendig. Darüber hinaus ist eine Verbesserung des bisherigen Stipendien- und Beihilfensystems erforderlich, um es treffsicherer, leistungsfördernder und vor allem sozial gerechter zu machen. Der Bezieherkreis von Studienbeihilfe muss schrittweise erweitert werden und im Fall der Überschreitungen gewisser Freibeträge soll der Anspruch auf Beihilfe nicht absolut sondern nur aliquot abgezogen werden. Geringes elterliches Einkommen darf den Studienerfolg nicht reduzieren beziehungsweise ihn nicht per se unmöglich machen. Parallel dazu sollen auch die leistungsbezogenen Förderungen ausgebaut werden, um erfolgreiche Studierende auch zu belohnen. Ziel all dieser Maßnahmen muss es sein, dass der Studienerfolg nicht von der Geldbörse, sondern vom eigenen Einsatz und dem persönlichen Erfolg abhängt.

Des Weiteren muss die Förderung für Studentenheime seitens der öffentlichen Hand weiterhin gewährleistet werden. Gerade für Kinder aus schwächeren Einkommensschichten ist ein günstiger Studentenheimplatz eine wichtige Unterstützung für das Leben während des Studiums. Heimplätze dürfen nicht aufgrund von fehlender öffentlicher Unterstützung teurer werden!

Mobilität im Studium

Die durch Bologna geschaffene Mobilität zwischen Studienfächern und –orten muss endlich in der Praxis umgesetzt werden. Innerhalb von Österreich muss es möglich sein, bei selben Studien ohne Stundenverlust und großen organisatorischen Aufwand zu wechseln. Hierfür ist eine Zentralisierung der Eckpunkte der Studienpläne notwendig, um Studierende nicht durch bürokratische Hürden von einer vielfältigen akademischen Ausbildung abzuhalten. Darüber hinaus sollen auch die Studierendenaustauschprogramme auf internationaler Ebene ausgebaut und organisatorisch erleichtert werden. Konkret soll die im Studienplan verankerte Einführung eines zeitlichen „Window of Opportunities“ – etwa im 5. Semester des Bachelorstudiums – die Absolvierung eines Auslandssemesters erleichtern und einer breiteren Masse ermöglichen.

Hochschulfinanzierung

Um die prekäre finanzielle Lage der Universitäten endlich zu beenden, fordert die AktionsGemeinschaft ein baldiges Erreichen des 2%/BIP-Ziels für den tertiären Bildungssektor. Dies ist nur durch eine massive Erhöhung des Uni-Budgets (um ca. 350 Millionen € jährlich) sowie durch vermehrte Einbindung und Subvention aus dem privaten Sektor möglich. Diese Förderung aus der Wirtschaft kann allerdings nur für relevante Studienrichtungen (vor allem im technischen, naturwissenschaftlichen und medizinischen Bereich) funktionieren. Die öffentliche Hand hat allerdings zu gewährleisten, dass für die Wirtschaft „uninteressante“ Studienrichtungen weiterhin erhalten bleiben.

Internationalität

Obwohl die Arbeitswelt von den Studierenden ein hohes Maß an Internationalität voraussetzt, leisten die Universitäten viel zu wenig, um ihre zukünftigen Absolventen darauf vorzubereiten. Weder schaffen es die Universitäten, international renommierte Gastprofessoren in nennenswerter Zahl nach Österreich zu holen, noch werden Studienpläne in breiter Masse mehrsprachig angeboten. Gerade durch seine Schlüssellage als Angelpunkt zwischen Ost- und Westeuropa hat Österreich hier dringenden Handlungsbedarf. Die AktionsGemeinschaft spricht sich daher für eine Internationalisierung der Universitäten aus, um sowohl den Ansprüchen der Wirtschaft, als auch den persönlichen Entfaltungsmöglichkeiten zu genügen.

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